Australien

 
Angekommen
Nach einer 20stündigen Flugtortur, die ich mit Dan Browns 'The Da Vinci Code' im Nonstop-Lesemarathon bravourös gemeistert habe, bin ich mit einer halben Stunde Verspätung am Sonntag früh in Frankfurt gelandet, wurde dort dankenswerterweise von meinen Eltern (und generösen Geldgebern, um das nicht unerwähnt zu lassen) abgeholt und bin nun dabei, mich wieder mehr oder weniger mit der deutschen Kultur anzufreunden. Die photographische Nachbereitung erfordert einigen Aufwand, ist aber in Arbeit.

Die Weblog-Artikel werden demnächst vermutlich auch weniger werden, obwohl diese Art der Mitteilung ganz praktisch ist :-)
 
Acknowledg[e]ment
A big, public 'Thank you for everything!' to my new best friend Genevieve, you definitely deserve a single entry :-) This Melbourne University glossary is dedicated to you.
 
Stats
Hier noch einige Statistikdaten, die im Lauf der sechs Monate angefallen sind:

Finanzen
Lebensmittel: 870 EUR
pro Tag: 4,80 EUR
Wohnung inkl. aller Nebenkosten: 1500 EUR
pro Monat: 250 EUR

Erkundungstouren:
Great Ocean Road: 180 EUR
Perth: 465 EUR
Tasmanien: 810 EUR

Gesamtausgaben: 4150 EUR [!=Summe der obigen Beträge] plus Flug (1100 EUR)

Sonstiges:
gefahrene Fahrradkilometer: 2500
email-count Genevieve/George: 1450/1100 (counting)
VoIP-Gesprächsminuten: ca. 2000

 
Der letzte Tag / last day's over
Natürlich ist am letzten Tag immer der meiste Streß, das war schon beim Bund so und hier war es wieder genauso. Schlüsselabgabe, haufenweise Fragen, Mittagessen, letzte Aufbereitung der Ergebnisse, Verabschiedung von allen, Büro aufräumen, Festplatte des Bürorechners bereinigen usw. Der Abschied fällt mir schon recht schwer, denn ich hatte mich gerade in den letzten Wochen wirklich an alle(s) gewöhnt und war regelrecht in der australischen (Multi-)Kultur aufgegangen. Die sechs Monate sind wie im Fluge vergangen [warum heißt das eigentlich 'wie im Fluge'? Der Flug nervt jetzt schon...], nun wird nur noch aufgeräumt, gepackt, das restliche Geld für irgendetwas sinnvolles verbraten und die letzte Nacht überstanden. Gerade eben habe ich ein paar recht große Mäuse [oder auch Ratten] in der Küche herumflitzen sehen, es wird also wirklich Zeit, die Unterkunft zu verlassen.
Ich danke allen, die mitgelesen und mir mit emails, ICQ-Nachrichten oder Anrufen den Umstieg von Deutschland auf Australien erleichtert haben; das Weblog war in erster Linie für mich gedacht [egoistisch, wie ich bin] und es bot sich eben als unaufdringliche Mitteilungsform an. Ich freue mich darauf, viele Leute in Deutschland wiederzusehen, auch wenn erstmal ein kleiner Kulturschock auf mich zukommen wird. Ich verlasse Australien mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Naturally, the very last day of any particular stay is the most stressful one. It was just like during my military service time; keys have to be returned, office and computer cleaning has to be done, general questions have to be answered, friends have to be farewelled and the like. It's hard to say good-bye to such a country with its friendly and open-minded people because just over the last two or three weeks I had really gotten used to living here and had adapted to the multicultural environment. Six months of working time have passed by like nothing has ever before. At the moment I'm just backupping, packupping and have to waste time and money for something useful. It won't be hard to leave my accommodation as I spotted some rats [or big mice] running across the kitchen when I came in tonight.
I'd like to say thanks to everyone who eased my life here by means of emailing, ICQing or plain VoIP phone calls. First of all, this weblog had been for myself: to retain a clear, written memory of my time here; still, it struck me as a non-invasive form of communicating myself to people who are interested in reading my thoughts. I'm looking forward to meeting friends and family, although a slight cultural shock might obfuscate the first few weeks. I'll be leaving with mixed feelings.

 
Vortragsfolien / presentation slides
Nur falls es jemanden interessieren sollte: hier die Vortragsfolien als pdf, 157kB. Natürlich mit LaTeX erstellt :-)

Presentation slides of today's short talk can be found via the above link. Created using LaTeX and the prosper package.
 
Experiment
Der heutige zweite Teil eines Experiments an der medizinischen Fakultät verlief ebenfalls problemlos. Vor gut sechs Wochen wurden per Aushang Probanden gesucht, um an einer Studie teilzunehmen, die die Auswirkungen eines Enzyms auf die Glukoseaufnahme im Muskel feststellt. Dazu hieß es, zweimal zwei Stunden lang bei konstanter Leistung (180W in meinem Fall) auf einer Art Hometrainer fahrradzufahren. Vor der Tour, nach einer Stunde Fahrt und nach dem Ende der Fahrt wurden jeweils Muskelproben entnommen (Biopsie). Letzte Woche war das linke Bein dran, diese Woche das rechte Bein und beim Test letzte Woche gab es einen Kohlehydrat-Drink, diese Woche ein Placebo (natürlich wurde mir das erst hinterher gesagt, wann welches Gesöff gereicht wurde). Beim Fahren wurden noch diverse Atemproben und Blutproben genommen, aber im großen und ganzen war die Sache nicht schlecht und kaum schmerzhaft. Der Flug am Sonnabend wird zwar nochmal eine Herausforderung, aber was tut man nicht alles im Dienste der Forschung.
 
Bevorstehende Rückkehr / imminent return
Langsam bereite ich mich auf die Rückkehr nach Deutschland vor; die Winterzeit in Australien hat begonnen (schon zu Ostern), mein Fahrrad hab ich heute verkauft (Erlös 60%), der Papst ist endlich verschieden, das R.E.M.-Konzert gestern war genial, am Donnerstag halte ich meinen abschließenden Vortrag und Sonnabend geht der Flieger. Falls ich jemandem was mitbringen soll, bitte mal kurz melden. Durch den Fahrradverkauf sind noch einige Dollars übrig, die verbraten werden möchten :-)

I've started preparing for my looming return to Germany; daylight savings has started in Australia, I sold my bike today (@60% of what I paid for it), the Pope's deceased, yesterday's R.E.M.-performance was great and I'll be giving a short talk on my work on Thursday before leaving Melbourne on Saturday.
 
Unglaublich / unbelievable
Gestern war zwar der erste April, aber daß ich nach einem halben Jahr letztendlich doch noch zufällig (!) genau das Research-Paper in die Hände bekommen würde, das ich schon von Anfang an hätte haben sollen und müssen, schlägt dem Faß den Boden aus. Die Antwort meines Supervisors, "Aber das hab ich Dir doch über den Praktikanten zukommen lassen.", ist auch vollkommen nutzlos. Das Paper erklärt sehr genau die Produktionsdaten, mit denen ich die ganze Zeit gearbeitet habe und beschreibt detailliert den Prozeß, der beim Hersteller durchgeführt wurde und den ich nachvollziehen sollte. Toll, wirklich. Vergleich: ich bin ungefähr im Nebel, mit kaputten Stoßdämpfern in einem Ford Falcon und auf einer Schotterpiste auf halbem Wege zum Ziel auf einem Campingplatz hängengeblieben, während ich auch mit einem Passat Kombi TDI auf der benachbarten Autobahn bis zum Ziel hätte den Tempomaten einschalten können.

Of course, yesterday happened to be April 1st, but I hadn't expected to accidentally (!) run into the research paper which I had been supposed to have and had to have right from the start of my training here. Seeing this paper during a meeting pretty much was the straw that broke the camel's back and my supervisor's succinct answer that 'I thought I had passed that paper over to you via someone else' was useless as well. The paper waxes lyrically about the data that I had been given and explains in thorough detail the process that had been performed at the manufacturer, which I was supposed to emulate. Fine. It's like riding a sh*tty Ford Falcon with deceased dampers half the total way along a bumpy gravel road in misty weather when I could have been driving a brand-new VW Passat station wagon (TDI) on one of the neighboring highways with cruise-control enabled, all the way to the end.
 
Überraschung / surprise
Nach einer Folge von emotionslosen, sterilen, chronologischen Reiseeinträgen darf ich nun doch mal meine Freude über die nichtdigitalen Tasmanienbilder ausdrücken. Das Fotolabor in Melbourne ist zwar absolut schlecht, aber dafür schnell. Und: verlorengeglaubte Fotos tauchen letztendlich wieder auf; so geschehen mit den Fotos von der Great Ocean Road, die Anfang Oktober 2004 im Labor vertauscht wurden. Heute morgen gab es beim Abholen der Tasmanien-Bilder dann die Überraschung in Form einer kostenlosen Packung Fotos :-)

As a follow-up to non-emotional, aseptic, and chronologically-ordered traveller's blog entries I'm finally able to express some joy about partly perfect Tasmania photos. The photo lab itself is notoriously bad, but provides quick servicing. And, finally, the missing photos from the Great Ocean Road (November 2004) have materialised mysteriously this morning when picking up the Tas photos. It was just one more bag than expected, and that one was free :-)

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